Heinrich Schiller  18.01.2022 22:23

Canon LBP2900 Laserdrucker unter Fedora 35 betreiben

Ich habe einen Uralten Laserdrucker LBP2900 von Canon bei mir zuhause stehen, den ich noch zu Zeiten gekauft habe, als WindowsXP nocht aktuell war. Canon bietet auch heute noch Treiber an, um es auch unter Windows 10/11 nutzen zu können. Als kleines Bonbon und nur wer es braucht, gibt es auch einen Linux-Treiber. Anders als unter Windows ist der Treiber jedoch alt und laut der Doku zum Treiber, ist Ubuntu 14 das letzte getestete System. Das war wohl so 2014. Lang ist es her. Aber immerhin. Den Drucker habe ich unter WindowsXP und (damals) Debian 4 und 5 gleichermaßen genutzt, wobei es unter Windows besser gearbeitet hat. Ab Debian 6, so in meiner Erinnerung, habe ich den Drucker unter Linux nie wieder zu laufen gebracht. So musste ich halt immer unter Windows weiter drucken. Bis! ... Heute!

Irgendwann habe ich auch kein Linux mehr benutzt und erst die letzten Jahre damit wieder angefangen. Momentan arbeitet bei mir Fedora 35 neben Windows 10. Für Windows 11 ist die Hardware nicht mehr zertifiziert. Zu alt :-( Haupteinsatzzweck ist Docker. Damit betreibe ich meine Entwicklungsumgebungen. Geht mit WSL unter Windows natürlich genauso. Aber in dem Fall, ist man mit Linux noch etwas näher dran. Mittlerweile ist meine Nutzung auch über Docker hinaus gewachsen. So habe ich einen NVIDIA Treiber samt Steam mit Proton installiert und versuche meine lieblings (Windows) Spiele auch unter Linux zu nutzen. Geht. Über 11 Spiele, darunter Street Fighter5, habe ich schon anspielen können und die funktionieren. Durch dieses positive Erlebnis, weil ich schon sehr viel meiner Sachen auch unter Linux machen kann, kam ich auch auf die Idee mal den alten Linux Treiber auf einem aktuellen System zu versuchen.

Anlaß, ich muss drucken, bin aber unter Fedora 35 Linux. Zum wechseln habe ich keine Lust, weil Musik spielt, Dokumente bereits offen... was soll schon schief gehen. Ich habe die Installation abgewandelt und die stimmt nicht mehr mit der alten Anleitung überein. Hier musste ich ein kleinwenig probieren, weil einiges aus der Originalen Anleitung nicht mehr geht. Trotzdem ist es eines Blickes wert.

1. Den Treiber findet man hier:

https://www.canon.de/support/consumer_products/products/printers/laser/i-sensys_lbp2900.html?type=drivers&language=&os=linux

2. Man wählt das Zielsystem Linux aus. Nach dem Download, entpackt man den Ordner. Darin findet man einen SRC Ordner, Linux Treiber für 32/64Bit und einen Doc Ordner. Die Dokumentation im Doc Ordner ist nochmal gezippt, also auch auspacken. Wenn man in den Ordner wechselt, findet man wiederum viele neue Ordner und eine index.html. Hier steht, wie man den Treiber installieren kann. Da die Anleitung alt ist, habe ich die Installation etwas abgewandelt.

3. Mein Fedora 35 ist ein 64-Bit System, also wechsel ich in den Treiber-Ordner für 64Bit. Darin liegt ein Ordner für Debian und RPM. Fedora nutzt RPM, also rein in den RPM Ordner. Darin befinden sich dann die RPM-Pakete, cndrvcups-common-3.21-1.x86_64.rpm und cndrvcups-capt-2.71-1.x86_64.rpm.

4. Die Reihenfolge ist wichtig. Die Installation habe ich über die Gnome-Kontextmenü gemacht. Zuerst wird cndrvcups-common-3.21-1.x86_64.rpm installiert. Rechte Maustaste und mit Software Installer installieren. Danach kommt cndrvcups-capt-2.71-1.x86_64.rpm dran. Ab jetzt muss dennoch der Terminal benutzt werden.

5. Lang und knackig: /usr/sbin/lpadmin -p LBP2900 -P /usr/share/cups/model/CNCUPSLBP2900CAPTK.ppd -v ccp://localhost:59687 -E

Hiermit wird der Treiber im System registriert. Bei mir hat es funktioniert und bitte nicht Wundern. Es kommt die Meldung, das der Drucker deprecated ist.

6. Registration im ccpd daemon. sudo /usr/sbin/ccpdadmin -p LBP2900 -o /dev/usb/lp0  

7. ccpd daemon starten. sudo /etc/init.d/ccpd start

Ab hier konnte ich zum meiner großen Freude nun auch unter Linux Drucken :-D 

Damals bei Debian musste ich nach einem Neustart immer den ccpd neu starten, wenn ich drucken wollte. Ich nehme stark an, das wird hier genauso sein. Froh und Überrascht zugleich. Schön! Wenn ich mal wieder unter Linux bin und drucken muss, muss ich nicht mehr zwangsläfig rebooten und kann hier drucken. Wieder habe ich mir hier das Leben etwas einfacher gemacht ;-) Schön das es geklapt hat.