Heinrich Schiller  03.05.2019 12:28

Es kann sich lohnen auch alte PC/Laptops zu tunen

Vor einigen Jahren habe ich mir einen gebrauchten Thinkpad t400 gekauft. Das Thinkpad war restauriert, gereinigt und für wenig Geld verkauft worden. Damals habe ich es unter anderem auch deshalb genommen um etwas mit Linux zu spielen. Eine Art PlayStation, wenn man so mag. Das Gerät besaß eine Intel Core2Duo CPU, 2GB RAM und eine 80 GB HDD. Da ich früher auch geschraubt habe, hatte ich auch paar Ersatzteile rum liegen und schon bald, besaß es eine größere HDD und 4 GB RAM. Irgendwann war der Akku defekt, also besorgte ich direkt bei dem Verkäufer, wo ich das Thinkpad gekauft hatte, einen neuen Akku. Bis auf den Punkt das neue Laptops viel schneller und auch günstiger sind, besaß mein Thinkpad aber ein robustes Gehäuse, was dafür sorgte das beim nächsten Transport und nach dem Aufklappen des Geräts, keine Tasten entgegenflogen oder sich das Gerät selbst komisch verbog und nicht mehr ging. So sind zumindest einige meiner Geräte der "Consumer"-Generation drauf gegangen. Spätestens aber mit dem Einbau einer SSD, fühlte sich das Gerät als sehr schnell und neuwertig an.

Es war so schnell das es über einen gewissen Zeitraum meinen MacBook aus dem Baujahr 2012, einfach ersetzte. Und ja klar, trotz der SSD hat man die Engpässe der CPU gelegentlich zu spüren bekommen. Trotz allem musste ich meinen Eclipse und Atom anpassen, damit das System zum Beispiel beim Autovervollständigen der Befehle hinterherkommt. Beim Eclipse musste ich auf die Autovervollständigung ganz verzichten, weil sonst Eclipse einfach abstürzte. Aber sonst, war das System völlig okay. Alles in allem war ich mit dem Gerät zufrieden. Vor einiger Zeit ist es aber böse gestürzt und zumindest das Display geht nicht mehr. Deshalb spielte ich mit dem Gedanken mir einen neuen gebrauchten Thinkpad zu kaufen. Der dürfte auch neuer und teurer sein, so im Budget von 400€-500€. Aber so wirklich glücklich war ich mit dem Gedanken nicht. Zumindest derzeitiger Beschluss, versuchen das Thinkpad t400 zu reparieren.

Bis dahin wollte ich wieder meinen MacBook Pro nutzen. Das Gerät ist neuer als das Thinkpad t400, hat eine Intel i5 CPU und besaß zu Anfang noch 4 GB RAM und eine 500 GB HDD. Als ich das Gerät gekauft habe, war es wirklich sehr schnell. Ähnlich wie Thinkpad t400 besitzt es ein robustes Gehäuse. Und was man Apple wirklich lassen muss, die pflegen ihre Geräte. Ich habe jedes Jahr ein neues macOS bekommen und es wurde auch brav eingespielt. Allerdings wurde das Gerät mit der Zeit auch immer langsamer. Zum Schluss hat allein ein einfacher Start von Google Chrome mehrere Minuten gedauert. Bei anderen Programmen war es ähnlich und so wurde jede Nutzung des MacBooks auch zu einer Geduldsprobe. Es hat schlicht nicht mehr Spaß gemacht dieses Gerät zu benutzen. Deshalb konnte auch mein altes Thinkpad das MacBook auch überholen, da es sich einfach viel besser anfühlte.

Also ersann ich die Idee auch meinen MacBook zu aktualisieren, statt sich vielleicht einen neuen gebrauchten Thinkpad zu kaufen. Eine überschüssige Samsung Evo860 SSD besaß ich bereits, mir fehlte noch mehr Arbeitsspeicher. Die 4GB werden beim macOS zu großem Teil schon verbraucht, weshalb nur der Einbau einer SSD mir etwas sinnlos erschien. Ich habe mich gleich für 16 GB entschieden. Für den Umbau braucht man zusätzlich Feinmechaniker-Werkzeug, Kreuz und Torks. Der Umbau war sehr einfach und schnell Erledigt, obwohl ich schon länger nicht mehr an PCs und Laptops geschraubt habe. Aber heute ist das eh alles genormt, so ist ein Umbau nicht wirklich schwer. Zu meinem Glück konnte ich meinen MacBook auch wieder starten und nach etwas Zeit auch ein neues macOS Mojave installieren. Die Hardwareinformationen zeigten auch, das volle 16GB RAM erkannt wurden. Die Operation ist gelungen, Patient lebt!

Fazit

Jetzt fühlt sich das MacBook Pro 2012, richtig gut an. Es fühlt sich einfach rasend schnell an, schneller als mein alter Thinkpad. Schlicht jedes Programm öffnet sich sofort. Google Chrome statt wie früher, mehrere Minuten zum Start, jetzt unter 1 Sekunde. iterm2, Finder etc. alles sofort da. Ich bin richtig Begeistert. Nur muss ich jetzt erst einmal die ganze Software wieder nach installieren, die mir jetzt noch fehlt.

Der ganze Umbau hat mich in etwa 160€ gekostet. Aber mir ist das persönlich auch Wert gewesen. In der kurzen Zeit als mir überlegte ein neues mobile Gerät zu kaufen, war ich auch zum Beispiel im Media Markt und Co. Ich habe mir dort die Geräte angeschaut und dort stehen auch Geräte mit neuen i5/Ryzen und 8 GB - bis 16 GB RAM für 500€ - 600€ rum. Da überlegt man sich schon, ob ein nagelneues Gerät nicht besser ist.

Ich nutze meine mobilen Geräte hauptsächlich für mobile Zwecke. Dafür ist mir neben der Akkulaufzeit, auch die Robustheit der Geräte wichtig. Und in diesem Punkt finde ich die "Consumer"-Geräte unbrauchbar. Neben dem ganzen "Bling Bling", fühlten sich diese Geräte wie labbriger Toast. Die Geräte ließen sich einfach verbiegen, die Handballen drückten auch die Auflagefläche des Geräts ein usw. usw. Überhaupt kein gutes Gefühl.

Nächster Punkt. Das Thinkpad t400 und das MacBook Pro sind als "Business" Geräte verschrieben. Neben dem robusten Gehäuse, ist Erweiterbarkeit oder Austausch der Komponenten ein dicker Pluspunkt. Weder beim Thinkpad noch beim MacBook Pro, hatte ich Probleme mit einem Austausch der Komponenten. Alles war übersichtlich und leicht erreichbar gewesen. Der Umbau also Problemlos. Und das ist gut. Ich nutze meine Geräte weiter und weil sie vorerst nicht auf dem Schrottplatz landen, schont das vielleicht auch etwas die Umwelt.