Heinrich Schiller  07.12.2018 09:57

Microsoft gibt EdgeHTML auf und wechselt auf Chromium

Ich will grundsätzlich über nichts schreiben, was schon massenhaft im Internet steht und über was andere zu diesem Thema viel besser schreiben können. Aber ich bin irgendwie zu traurig um das Thema links liegen zu lassen. Microsoft Edge basiert in naher Zukunft auf Chromium, bzw. auf dessen Blink-Engine.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Offiziell-Microsoft-Edge-nutzt-kuenftig-Chromium-4244958.html

https://blogs.windows.com/windowsexperience/2018/12/06/microsoft-edge-making-the-web-better-through-more-open-source-collaboration/

https://blog.mozilla.org/blog/2018/12/06/goodbye-edge/

Nun sehe ich das ganze aus mehreren Seiten. Die Positive Seite ist, das es in Zukunft weniger Aufwand geben soll um für verschiedene Webbrowser zu entwickeln. Ganz klar, beinahe alle populären Webbrowser nutzen Chromium. Die macht es für die Nutzer einfacher ihre Inhalte zu genießen. Es macht die Arbeit von Webentwicklern und Webdesignern einfacher, weil man fast nur noch für eine Webengine entwickeln muss.

Die Negative Seite ist, das die Entwicklung wieder bei einem einzigem Konzern liegt, Open Source hin oder her, und auch die fehlende Konkurenz die als "natürliches" Gegengewicht für Innovationen und Weiterentwicklung sorgt. Dieses Gegengewicht scheint moment Mozilla zu sein, oder sein wollen. Doch die Chancen dafür sehen denkbar noch schlechter aus, als damals beim Netscape und Internet Explorer. Damals galt das Internet als noch unerschlossenes Terrain, mit viel Luft nach oben. Heute ist das Internet aber eher erschlossen, mit kaum noch Luft nach oben, zur Seite oder dazwischen.

Mozilla droht zu verlieren. Die Frage wäre damit, was passiert dann? Ich habe bisher meist immer den Firefox für die Entwicklung genommen, weil es mir am zuverlässigstem erschien. Meine Arbeit musste ich mit verschiedenen Browsern testen und für mich kristalisierte sich heraus, das wenn ich mit Firefox entwickle die Arbeit meist übergreifend in verschiedenen Browsern auch funktioniert. Egal ob Edge, Safari, Google Chrome, Firefox etc. Sachen die ich mit Google Chrome machte, musste ich manchmal "backporten", weil er Funktionen besitzt die andere Browser nicht haben.

Aber mit den Jahren ist diese Vielfalt verschwunden. Chromium hat jetzt gewonnen und es stellt sich die Frage, auch für mich, warum jetzt noch Firefox nutzen. Er ist jetzt vielmehr zum Außenseiter geworden. Zukunftige Webentwickler werden nur noch Chromium nutzen müssen. Die Anwender nutzen Chromium überwiegend in irgendeiner Form bereits jetzt. Für Alternativen scheint kaum Platz zu sein. Ich selbst werde auch auf Chrome als Webbrowser wechseln. Einfach weil es mir jetzt in Zukunf die Arbeit zu vereinfachen verspricht. Damit ist Mozilla verständlicherweise zu recht besorgt.

Solange wir mehrere verschiedene Anbieter von Webbrowsern und ihren eigenen Engines haben, können wir uns ihren Einfallsreichtum und damit Fortschritt freuen. Wenn das erstmal weg ist, so hat es die Vergangenheit bisher gezeigt, sind wir wieder jemandem scheinbar alternativlos ausgeliefert und müssen uns mit dem zufrieden geben, was man uns serviert. Aber vielleicht sehe ich das doch zu Schwarz. Vielleicht kommt es auch ganz anders als ich denke. Die Zeit wird es zeigen :-)